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Renault Fuego

renault_fuego-31980 stellte Renault den Fuego auf dem Genfer Autosalon vor, im selben Jahr als in Österreich „Video Killed The Radio Star“ die Hitparade anführte, Rudolf Kirchschläger zum zweiten Mal österreichischer Bundespräsident wurde und Rubiks Zauberwürfel seinen Siegeszug antrat. Dieses Auto sollte vor allem die Käuferschicht ansprechen, die sich Opel Manta oder Ford Capri zugewandt hatten und war der Nachfolger der Coupes Renault 15 und Renault 17, deren Tradition der Fuego bestmöglich fortführte: denn wie seine Vorgänger erscheint uns auch der Fuego heute als eher hässliches Auto mit seltsamen Proportionen. Dennoch war der Fuego von 1980-1982 das bestverkaufte zweitürige Sportcoupé in Europa. Im Erscheinungsjahr 1980 erhielt Renault für den Fuego gar „Das goldene Lenkrad“ verliehen, die erste derartige Auszeichnung für Renault überhaupt. Bis 1986 war der Fuego hierzulande als Neuwagen erhältlich, insgesamt wurden mehr als 260.000 Exemplare gebaut.

Fahrwerktechnisch ging man kaum Risiken ein, denn der Fuego basierte zu einem Guteil auf der braven Familienlimousine Renault 18. Diese Verwandschaft ist insbesondere in der Frontansicht und bis zur A-Säule unverkennbar. Immerhin hatte man dem Fuego eine neu konstruierte Vorderradaufhängung spendiert und die Fuhre straffer abgestimmt, man konnte mit dem Fuego dadurch richtig flott sein, wenn man das wollte. Die Motorenpalette umfasste den 1,4-Liter-Vierzylinder mit 64 PS (47 kW), den 1,6l-mit 96 PS (71 kW), der 2,0l mit 110PS(81 kW) und den Turbo mit 1,6l und 132 PS (97 kW). Dank gutem cW-Wert und für heutige Verhältnisse niedrigem Gewicht waren die Fahrleistungen recht ordentlich, der 1982 erschienene Turbodiesel (2,1l mit 86 PS / 63 kW) galt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h gar als der schnellste Diesel der Welt. Elektronisch wagte man sich in völlig neue Bereiche vor: so war der Fuego 1983 das erste Auto, das man serienmäßig mit funkfernbedienten Zentralverriegelung kaufen konnte. Im Turbo gab es serienmäßig einen Bordcomputer, in GTX und Turbo konnte man erstmals in einem Auto das Audiosystem über Tasten am Lenkrad fernbedienen.

renault_fuego-6Bei unserem Straßenfund dürfte es sich um einen TX mit dem starken 110-PS-Motor mit 2 Litern Hubraum handeln. Auffallend die großen Glasflächen, insbesondere die Heckscheibe ist eine fette Kuppel fast über die volle Fahrzeugbreite. Die charakteristische gerippte mattschwarze Kunststoffleiste rundum weist den Fuego eindeutig als Kind der 1980er-Jahre aus. Von vorne ist die Ansicht ziemlich langweilig geraten, in der Seitenansicht fallen für heutige Verhältnisse die ziemlich großen Überhänge vorne und hinten auf. Wirklich „schön“ ist das Auto allerdings aus keiner Ansicht, auch nicht von hinten. Die Türschnallen waren verdeckt hinter der Türkante verbaut, an dieser Konstruktion haben sich gewiss hunderte Beifahrerinnen die Nägel abgebrochen. Dieses Auto hatte zwar noch keine gröberen Rostschäden, allerdings zeugten etliche Kratzer und schlecht sitzende Kunststoffteile vom Überlebenskampf in 30 Jahren auf Österreichs Straßen. Der Besitzer dieses Fahrzeugs ist offenbar ganz besonders besorgt darum, denn es war mit einer dicken Lenkradkralle gesichert.

Ja Kinder, so hat man sich damals ein sportliches Fahrzeug vorgestellt. Das Fahren macht auch heute noch Spaß.

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Mehr Info zum Fuego:

Bisher in dieser Serie erschienen:

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Autor: Ernst Michalek

Ausgebildeter KFZ-Techniker, Internetspezialist, geprüfter Fahrschullehrer. Fährt & repariert alte Autos. Fährt Tretroller. Liebt Benzingeruch und Autorennen. Auch online auf www.egm.at

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