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Neue Serie: Die Letzten ihrer Art

Viele interessante Autos aus vergangener Zeit sind vom Aussterben bedroht: wenn nach etwa 15-20 Jahren keine zuverlässige Ersatzteilversorgung mehr vorhanden ist, der Rost an der Karosserie nagt, Motor und Getriebe schon mehrere hunderttausend Kilometer hinter sich haben, dann enden auch im Neuzustand ziemlich kostspielige und aufwendig konstruierte Autos einfach im Shredder und werden als Altmetall wiederverwertet. Nur wenige Exemplare überleben in den Händen von treusorgenden Besitzern, die ihre Fahrzeuge altersgemäß in Schuss halten und auch die vorgeschriebene jährliche technische Überprüfung problemlos schaffen.

Aber auch dieser Altbestand ist gefährdet – durch die (wahrscheinlich weltweit einzigartige) Überprüfung nach KFG §56 Abs 1a, die von der Behörde für Altfahrzeuge über 12 Jahre nach dem Zufallsprinzip angeordnet wird. Besteht das Fahrzeug diese (legendär strenge) Prüfung nicht, so wird nach einer „Gnadenfrist“ von 14 Tagen die Zulassung aufgehoben (auch wenn erst wenige Tage vorher die reguläre §57a-Pickerlüberprüfung positiv war!), das Fahrzeug kann ohne positive §56-Überprüfung nie mehr in Österreich zugelassen werden. Und diese ist für Autos de facto nicht zu bestehen, wenn sie nicht auf Neuzustand restauriert wurden. So enden in Österreich jedes Jahr hunderte Fahrzeugleben, wird sinnlos Privatvermögen vernichtet.

Wir möchten diese Autos wenigstens virtuell vor dem Tod bewahren: in unserer neuen Serie „Die Letzten ihrer Art“ möchten wir auf der Straße entdeckte Einzelexemplare von interessanten Autos vorstellen, die hierzulande noch vor wenigen Jahren zum normalen Straßenbild gehörten, mittlerweile aber nahezu ausgerottet sind. Den Anfang macht der Renault Fuego – so hat sich Renault in den 1980ern ein sportliches Coupe vorgestellt, das die Käufer von Opel Manta und Ford Capri zu Renault locken sollte.

Bisher in dieser Serie erschienen:

  • VW T1 Bulli Der VW Bus (Werkscode: Typ 2 Transporter 1) wurde Ende der 1940er-Jahre entwickelt. Aus dem VW Käfer stammten der luftgekühlte Boxermotor (mit anfangs nur 25 PS!) und das Getriebe. Durch eine zusätzliche Untersetzung betrug die Höchstgeschwindigkeit nur etwa 80 km/h. Das Fahrzeug hatte Trommelbremsen an allen vier Rädern und eine für heutige Begriffe ziemlich spartanische ...
  • Renault Fuego 1980 stellte Renault den Fuego auf dem Genfer Autosalon vor, im selben Jahr als in Österreich „Video Killed The Radio Star“ die Hitparade anführte, Rudolf Kirchschläger zum zweiten Mal österreichischer Bundespräsident wurde und Rubiks Zauberwürfel seinen Siegeszug antrat. Dieses Auto sollte vor allem die Käuferschicht ansprechen, die sich Opel Manta oder Ford Capri zugewandt hatten und war der Nachfolger der Coupes Renault ...

Autor: Ernst Michalek

Ausgebildeter KFZ-Techniker, Internetspezialist, geprüfter Fahrschullehrer. Fährt & repariert alte Autos. Fährt Tretroller. Liebt Benzingeruch und Autorennen. Auch online auf www.egm.at

1 Kommentar

  1. Roman Landauer Mo. 16.1.2012 um 16:06

    Wenn schon französisch und legendär und in seinem Design unnachahmlich der Citroen DS die französische „Göttin – Dèesse“, heute fast nur mehr in den Louis de Funès Filmen zu sehen,
    der Renault Fuego war ja schiarch wie der Krieg.

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